Erfolgreich selbstständig – trotz Corona

Erfolgreich selbstständig – trotz Corona

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Coaching

Unsere Klientin Frau Kohröber hat den Start in die Selbstständigkeit Ende 2019 gewagt. Die Ladeneröffnung war mit Beginn des ersten Lockdown geplant. Ihre Idee als Kursanbieterin für Kreativkurse mit einem kleinen Laden für besondere kreative Dinge, brauchte den Kontakt mit Menschen. 

Wir vom IMBSE durften sie ein Stück begleiten und unterstützen auf dem Weg. 

Hier erzählt sie selbst, wie sie es geschafft hat und was sie heute anbietet.

Nach der Familienphase hatte ich 2019 die Idee, mich selbstständig zu machen. Zunächst wusste ich noch gar nicht genau, mit welcher Idee ich gründen sollte, bis ich während meiner Spaziergänge meine Sammelliebe für Strand- und Naturgut wieder entdeckt habe. Mir wurde klar, dass ich etwas Kreatives, wie z. B. ein Kreativcafé oder eine Kreativwerkstatt machen möchte.

IMBSE: Coaching hilft Idee zu konkretisieren
Ich erinnerte mich an das IMBSE. Dort wurde ich im Jahr 2009 schon einmal in einem anderen Projektzusammenhang beraten. Ich nahm Kontakt zu Frau Woisin auf. In mehreren Gesprächen mit ihr wurde mein Ziel immer deutlicher. Ich wollte für die Gemeinde Sternberg einen Ort schaffen, an dem Menschen gemeinsam kreativ sein, frühstücken, Kleinigkeiten zum Mittag bzw. Kaffee und Kuchen in einem tollen Ambiente genießen können. Um meinen Plan zu verwirklichen, folgten weitere Gespräche bei der Existenzgründungsberatung der Industrie und Handelskammer (IHK) sowie mit Frau Woisin vom IMBSE. Sie begleitete und coachte mich für ein halbes Jahr auf meinem Weg in die Selbstständigkeit im Rahmen des Projektes „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“.

Hürde im Wiedereinstiegsprozess taucht auf
Im Sommer besuchte ich ein Existenzgründungsseminar bei der Handwerkskammer zu Schwerin. Es war sehr lehrreich. Meine Hauptaufgabe bestand jetzt darin, mit der Unterstützung eines Unternehmensberaters mein Konzept zu schreiben sowie einen Termin mit der Bank zu vereinbaren, um eine Finanzierung für das Inventar des Kreativcafés zu organisieren. Vier Wochen später hatte ich meinen Banktermin, der leider negativ für mich ausfiel. Das Konzept schien für Sternberg nicht tragfähig genug. Nach dieser Absage versuchte ich noch meine Kosten zu reduzieren, um den Kredit zu erhalten, aber er blieb mir verwehrt.

Ausdauer ist gefragt
Aufgeben wollte ich nicht, ich folgte meinem Herzen und überlegte neu, was ich wirklich will. Die Antwort war schnell gefunden: Ich möchte kreativ sein, Kunst entstehen lassen, Aufträge annehmen, sie umsetzen und anderen Menschen in Workshops das Thema Kunst näher bringen. In dieser Findungsphase waren Steine, Seeglas, Muscheln und Treibholz meine Kraftquelle – beim Sammeln ebenso wie beim Legen der Bilder.

Beratung bei der Agentur für Arbeit ermöglicht nächsten Meilenstein
Im Januar 2020 schilderte ich meiner Beraterin bei der Arbeitsagentur erneut meine Geschäftsidee und berichtete ihr von meinen bisherigen Erfolgen. Ich konnte sie überzeugen und erhielt einen Gutschein zur individuellen Beratung und Weiterbearbeitung meines Konzeptes. Gemeinsam mit der Beraterin entstand innerhalb kürzester Zeit mein neues Konzept. Es schrieb sich plötzlich ganz von selbst und leicht. Allerdings brachte mir die Entwicklung meines Logos so einige schlaflose Nächte. Ich träumte sogar davon. Endlich ergab sich schließlich mein Lieblingsmotiv, die Seiltänzerin mit Herzhänden und tanzend am Strand. Meine Logo-Idee war geboren!

Gut vernetzt geht manches leichter
Ende Dezember 2019 fragte mich Kathrin Walker von der Walking Spoon Bildgravur, ob ich noch auf der Suche nach geschäftlichen Räumlichkeiten in Sternberg wäre. Ich überlegte nicht lange, denn ich war noch immer auf der Suche nach einem festen Standort für meine Kunst. Gemeinsam richteten wir – vorerst gedanklich – unseren gemeinsamen Ort, die „Künstlerstube“ ein. Ab Mitte Februar 2020 bestellten wir dann unser Inventar bzw. fuhren gemeinsam für die „Künstlerstube“ einkaufen. Außerdem planten wir unsere Schaufensterwerbung. Es lief alles nach Plan – vorerst.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt
Die Corona-Pandemie stoppte plötzlich jegliches Vorhaben. Erst schlossen die Schulen und Kindertageseinrichtungen, dann alle nicht systemrelevanten Geschäfte und Einrichtungen. Eröffnungen und Veranstaltungen wurden aufgrund der Kontaktsperre gestrichen. In Vorbereitung auf meine Vollselbstständigkeit kam jetzt auch noch die Aufgabe der Schul- und Ganztagsbetreuung meiner Tochter hinzu. Der Fokus bezüglich der Vereinbarkeit von Selbständigkeit und Familie musste neu justiert werden. Unsere Welt stand und steht immer noch Kopf. Die geplante Eröffnung Anfang April 2020  wurde somit auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch die schon vereinbarten Verkaufs- und Workshop-Termine mussten abgesagt werden.

Geschafft!

Ende April konnten Sabrina und ich endlich unsere Kunst in der „Künstlerstube“ ausstellen. Unsere Werke sind jetzt wieder nebeneinander vereint  – so wie im letzten Jahr an unseren Verkaufsständen. Nach der Lockerung der Maßnahmen konnten wir dann auch zum ersten Mal die Tür für unsere Kundinnen und Kunden öffnen. Unsere Kunst wird jetzt verkauft und wir freuen uns auf Ihren Besuch bei uns in Sternberg.

Vernetzung bleibt wichtig

Mittlerweile gibt es immer wieder Ausstellungen meiner Kunst in Galerien und an anderen Orten. Und es gibt einen Ort im Netz, an dem meine Kunst ebenfalls zu finden ist. 

Mit drei weiteren kreativen Frauen haben wir die Gutshausmaedchen ins Leben gerufen. Dort gibt es einen Onlineshop über den meine Kunst zu erwerben ist. 

Ausdauer, Geduld und Klarheit sind weiterhin gefordert. Aber bisher hat noch jede Pandemie ein Ende gefunden und dann biete ich wieder Kurse an und die Künstlerstube darf  wieder öffnen.

Links:

Künstlerstube
Gutshausmädchen